Die heilige Johanna der Schlachthöfe
                                                       Bertholt Brecht

Fleischfabrikant Mauler herrscht über die Börse und treibt durch Verknappung des Viehangebotes die Konkurrenz in den Ruin. Die eigentlich Leidtragenden sind die entlassenen Arbeiter in den Fleischfabriken Chicagos des Jahres 1929 (Weltwirtschaftskrise).
Johanna Dark, die sich um die hungernden Arbeiter kümmert, will Mauler zur christlichen Nächstenliebe überreden. Sie belässt es aber nicht bei Worten, sondern will sich selbst ein Bild über die Lage der Arbeiter machen. Mauler braucht sie aber, um die realen Verhältnisse zu verschleiern. Er zeigt ihr in eindrucksvollen Szenen die Schlechtigkeit der Armen.
Johanna erkennt aber, dass diese Schlechtigkeit eine Folge der Armut ist. Dennoch kann sie sich nicht entschließen, sich voll den Armen anzuschließen. Durch ihren Idealismus verhindert sie einen Streik, womit die Arbeiter ihre Lage verbessern wollen. Als sie stirbt, wird sie zur Märtyrerin verklärt, da sie nun unschädlich ist. Sterbend bekennt sie ihren Fehler: "Es hilft nur Gewalt, wo Gewalt herrscht".

Wer kämpft, kann verlieren.
Wer nicht kämpft, hat schon verloren.

Schwierigkeiten werden nicht dadurch überwunden,
Dass sie verschwiegen werden.
                                               Bert Brecht